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Freitag, 11. Oktober 2013

Kompass auf Nord - 10. Bergsichtenfestival

Winterzeit ist die Zeit, sich für die bevorstehende Saison inspirieren zu lassen. Bei uns in Dresden geht das am besten beim Besuch des Bergsichtenfestivals. Mit meinem Kajakabenteuer nehme ich am Wettbewerb der Kurzbeiträge teil.
Wer also noch nicht in den Genuss meines Reisevortrags gekommen ist, sollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen!

10. Bergsichtenfestival
Ort: Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden
Datum: Sonntag, 17.11.2013
Zeit: 10:00 Uhr

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NACHTRAG

Der Vortrag beim Bergsichtenfestival war ein voller Erfolg! Noch nie habe ich vor so vielen Menschen gestanden und etwas Präsentiert - es waren mehr als 800 Menschen, die sich Sonntag morgen zur TU Dresden begeben haben. Jeder der Referenten hatte einen großartigen Beitrag am Start und alle Beiträge waren unterschiedlich und unheimlich interessant.
Letzten Endes hat es mein Kurzbeitrag auf Rang 2 geschafft. Darüber bin ich mindestens genauso glücklich, wie über neue Kontakte zu anderen Tourenpaddlern, die ich vor Ort kennenlernte.

Vielen Dank an alle, die vor Ort dabei waren und uns Referenten wohlwollend unterstützt haben!

Mittwoch, 30. Januar 2013

Projekt Norwegen - Kapitel IV


 Das Gebiet zwischen Göteborg und Oslo sollte ein Abschnitt der Reise werden, bei dem die positiven Eindrücke wesentlich überwiegen. Auch wenn ich wieder bei Göteborg etwas Pech mit Dauerregen hatte, führte mich dieser in die kleine Hafenkneipe in Björkö. Hier wurde ich unter den Fischersleuten freundlich aufgenommen, bekam eine Empfehlung für einen guten Übernachtungsplatz am Hafen, ein deftiges Essen und ein göteborger Bier. Wir hatten einen lustigen Abend, mit einem Gitarre klampfenden Wirt, Bundesliga vom Flachbildschirm an der Wand und Gespräche, was jeder so für Träume und Wünsche noch in seinem Leben zu erfüllen mag.

Landeplatz im Hafen von Björkö

Im dichten Inselgewirr der Schären
Ich für meinen Teil, war ja nun gerade dabei einen meiner Träume zu leben. Dazu sollte es nun die kommenden Tage durch die komplette westschwedische Schärenwelt gehen. Von hier an gibt es so viele traumhafte Inseln und Inselchen. Jeden Tag wich ich ein wenig von meiner Hauptroute ab und erkundete die schmalen Kanäle zwischen den Inseln. Trotzdem kam ich richtig schnell voran, weil ich meist vor Wind und Wellen gut geschützt unterwegs war. Auf dem Weg lagen immer wieder kleine Fischerdörfer, mit ihren kleinen Häuschen im schwedischen Stil, mit kleinen Hafenanlagen und das alles umrahmt von einer recht kargen, felsigen Natur.

Zwischen den Schäreninseln passt manchmal kaum das Kajak durch...

... aber das Erkunden des Insellabyrinthes macht Spaß.

Immer genug Möglichkeiten zum lagern


Das Paddeln ging wie von selbst, bis ich Lysekil erreichte. Hier hatte ich mal wieder einen stürmischen Tag und bis ich Kungshamn erreichte musste ich ausschliesslich nach Nordwest - dem Sturm entgegen. Dem entsprechend erschöpft erreichte ich am Folgetag dann Hamburgsund. Für diesen Ort kann ich ruhigen Gewissens eine Empfehlung aussprechen. Die Schären fand ich hier besonders schön und werde auf jeden Fall nocheinmal hierher zurückkommen, um die vielen kleinen Eilande zu besuchen. Außerdem kann man gut im Hafen anlegen, einkaufen und in der Hafentoilette sogar warm duschen. Ein Umstand, der in dieser Gegend nach der Saison im September absolut nicht selbstverständlich ist. Hier traf ich auch auf die Seekajakfahrer Hana, Tomas und Cyril aus Prag. Gemeinsam mit ihnen teilte ich mir eine Nacht das Lager. Dank ihnen konnte ich auch mal wieder Kontakt mit meinen Lieben in Dresden aufnehmen. Mein Mobiltelefon versagte mittlerweile den Dienst und ich war immer in Sorge, dass sich meine Familie zu Hause um mich sorgen würde - irgendwie paradox. Aber meine neuen tschechischen Freunde liehen mir ihr Telefon für den Anruf.

Cyril, Hana und Tomas bei Hamburgsund





In der Nachricht an die Lieben zu Hause beteuerte ich immer wieder, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen könnte und dass ich eigentlich auch nicht mehr Gefahr lief durch starken Seegang zu kentern. Mein eigener Optimismus sollte mich aber hin und wieder betrügen. Bis in den Oslofjord gab es noch immer wieder exponierte Stellen, wo ich den Wellen schutzlos ausgesetzt war. Besonders zwischen Grebbestad und Havstenssund gab es eine solche Stelle. Über mehrere Kilometer musste ich bei starken Seitenwellen entlang einer felsigen Steilküste folgen und wäre beinahe doch noch einmal gekentert - weit draußen und mit wenig Chancen auf ein sicheres Anlanden. Dieser Schreckmoment ließ mich die Gefahr erkennen, der ich mich aussetzte und ich verkroch mich durch die Wassergassen bis weit ins Landesinnere bei Strömstad. So weit im Hinterland fährt es sich wie auf einem kleinen, geschützten See. Bei ruhiger See und Nieselregen passierte ich Strömstad und erreichte kurz darauf die Grenze nach Norwegen. Hier war für mich mein inneres Drängen erfüllt. Ich hatte es von Dresden bis Norwegen geschafft. Alles von hier an galt für mich als Bonus - Oslo zu erreichen sollte doch eigentlich nun einfach sein.

Erschöpft bei Strömstad


Der Blick in die alltägliche Zeltküche

Der Fjord als gebogene Zielgerade
Das einzige Problem stellte ein gesundheitlicher Aspekt dar. Seit kurz vor Strömstad hatte bekam ich Blasen auf der Oberseite der Finger - erst auf einer Hand, dann auf der anderen. Da ich kein Mediziner bin, dachte ich mir zu Beginn nichts weiter, aber bei Einfahrt in den Oslofjord verschlechterte sich die Situation. Von einer Stunde auf die andere bildeten sich neue große Blasen. Bis Oslo sollte sich das nicht ändern, egal war ich aus meinem Erste-Hilfe-Päckchen zauberte.
Die letzten 100km im Fjord stellten mich also noch einmal auf die Probe. Bis kurz vor Moss hatte ich bei eitel Sonnenschein gegen hohen Seegang zu kämpfen. Tags darauf passierte ich Moss bei Dauerregen aber war nun entgültig sicher im Fjord angekommen. In den Nächten machte mir die gespannte Haut auf meinen Händen zu schaffen, aber sobald die Hände beim Paddeln wieder feucht waren, ließen auch die Schmerzen nach.

Bei der Einfahrt in den Oslofjord

Große Stadt, Dauerregen - Der schmale Kanal in Moss


Als ich am 4. Oktober Oslo erreichte war es ein wunderschöner Sonnentag im norwegischen Herbst. Ich war überglücklich und hatte sogar noch einen Tag Zeit, bis zu meinem Rendevouz mit dem Vater meiner Studienfreundin, Emmy. Dem entsprechend ließ ich den 5. Oktober ruhig angehen. Auf einer Insel vor dem Stadtzentrum von Oslo hatte ich gezeltet und machte mich kurz vor Mittag auf den Weg Richtung Opernhaus mit anschließendem Sightseeing - natürlich alles vom Kajak aus. An der Oper erfüllte ich mir nun den Traum wahr, der mich schon seit Lübeck immer wieder motiviert hatte. Ich paddelte bis an die Basis des Gebäudes heran und legte meine Hand auf die weißen Steinplatten. Dieses Bild im Kopf, dass ich nun wie einen Schwur einlösen konnte, hatte ich immer in meinem Kopf, wenn es an Motivation mangelte und ich die Reise vorzeitig abbrechen wollte. Südlich der Museumsinsel Bygdøy traf ich dann Emmys Vater. Wir hatten uns nie zuvor persönlich getroffen, aber an diesem Strand war ich wohl auch der einzige verwahrloste Seekajakfahrer.

Blick auf die Oper von Oslo...

... und Blick auf die Mickey Maus - Hände am Ziel der Reise.

Epilog
Emmys Familie ist so herzlich, dass ich wieder einmal das Gefühl hatte, zur Familie dazu zu gehören. Das komplette Wochenende verbrachten wir mit Reisegeschichten, meine Hände wieder in Ordnung zu bringen und ich konnte meine Rückkehr nach Deutschland organisieren. Ich wäre gern noch länger in Oslo geblieben, aber das Heimweh rief mich wieder zu meiner Familie in Dresden. Also deklarierte ich mein Seekajak wieder als Fahrrad und fuhr mit der Fähre von Oslo zurück nach Kiel. Was mich vier Wochen harter Tätigkeit gen Nord gekostet hatte, fuhr ich nun innerhalb einer Nacht wieder zurück. Und auch die Menschen, um mich herum, waren ungewohnt. Es waren so viele, sie waren so laut. Und wer die Oslo-Kiel-Linie kennt, der weiß, was für ein Kreuzfahrtschiff das ist - mit dem vollen Entertainmentprogramm. Das war dann doch zu viel für mich. Da konnte ich mich nur auf Deck oder in meine Kabine zurückziehen und die Ankunft in Kiel abwarten. Und dort erwartete mich dann schon ein kleines Begrüßungskommitée meiner Familie mit dem Auto. Kajak aufs Dach und ab zurück nach Dresden.

Das Ende vom Lied: beim verlassen der Fähre in Kiel


Tobias Krug


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Blogeintrag vom 5.10.2012

++++++++++++++++++ OSLO +++++++++++++++++++++++

Finally I made it! It was a little bit rough to get into the Oslofjord. But after two days of struggle against the wind and heavy waves, I got better weather near Drøbak, yesterday. Also, yesterday in the evening, I reached OSLO. I slept on a small island in the south of the centre of the city. Today, I made some special kayak-sightseeing and visited the opera, Bygdøy and some other sights. And all just by kayak - so I never left my boat today... again :)
In the later afternoon I met the father of my friend, Emmy. I can stay here for some days and find a way to bring me and my kayak back to germany.
I think, the way to Oslo is enough for this year. Maybe, I try the part between Trondheim and Oslo another year. So at the moment I feel great and I could go further and further more. But I miss my family, especially Doreen and some parts of my body (hands and feet) don`t work any more. Since the last days, my hands are swollen and look like the gloves of Mickey Mouse. So maybe they need some rest to heal ;)

There will be some photos within the next days and - maybe - weeks on this blog. And I will write down all the stories of the journey. But first, I need a shower and I will wash my clothes and so on...

Greatings and thank you to all the people, that helped me to make my way to Norway by kayak!!!

Tobi

Freitag, 25. Januar 2013

Projekt Norwegen - Kapitel III



Aber Freud und Leid liegen ja bekanntermaßen dicht beieinander. Schon den nächsten Morgen ging es das Riff von Mölle entlang. Ich empfehle jedem Tourenpaddler, diese Passage nicht so zu unterschätzen, wie ich es gemacht habe. Der Weg von Höganäs bis Mölle ist nicht sonderlich lang, aber bis Mölle sollte man definitiv eine Pause eingelegt haben. Denn danach geht es ohne weitere Anlegemöglichkeit entlang des schönen Felsriffs. Und dessen Spitze ist recht weit draußen im Kattegat und ausgesetzt. Entsprechend hoch war an der Landspitze auch die Dünung der Wellen und es kostete mich Nerven, heil um die Klippen herumzupaddeln. Anschließend ging es landeinwärts, mit den Wellen im Rücken, Richtung Ängelholm. Nur dass die Wellen ihr eigenes Tempo hatten. Mein schwer beladenes Kajak kam da nicht mit und das permanente ankämpfen gegen den Wellenberg erschöpfte mich zusehens. Anlegeplätze sind auf der Nordseite dieses Riffs auch selten - konfortable Liegeplätze praktisch nicht vorhanden. Ich musste noch bis in die Dunkelheit paddeln. Kurz vor Jonstorp schlug ich dann mein Lager auf einem Strand aus Bruchstein auf. Hier musste ich dann zwei Tage Pause anlegen, wegen kräftiger Brandung. Es wäre einfach nicht möglich gewesen mein Kajak sicher vom felsigen Ufer ins Wasser zu bringen.

Blick entlang der Küste bei Jonstorp
Ruhetage heben immer die Stimmung
Starke Brandung verhindert das Ablegen

Seenot bei Båstad
Die Ruhetage taten mir gut. Nach einem Wetterumschwung waren dann die Wellen am dritten Tag beinahe verschwunden und ich konnte meine Reise fortsetzen. Ich konnte ohne Probleme über die Bucht von Ängelholm abkürzen und dann weiter nach Båstad paddeln. Nördlich von Båstad übernachtete ich am Strand der Laholmsbucht. Den nächsten Morgen waren wieder hohe Wellen, aber ich fühlte mich in dieser riesigen sandigen Bucht sicher und ließ es auf ein Experiment ankommen. Trotz Wellen stach ich in See, merkte aber bald schon, dass es absolut unangenehmes Paddeln bei diesen Bedingungen war. Der Rückweg zum Strand endete in einer mittleren Katastrophe. Ein großer Brecher brachte mich zum Kentern. Es war nicht weit bis zum Ufer, aber dort angekommen, war es eine extreme Hürde das vollgelaufene Kajak aus den Wellen zu bekommen. Es war kalt. Es war windig. Und ich war darüber absolut nicht glücklich. Das habe ich die Welt auch laut fluchend wissen lassen. Um warm zu bleiben errichtete ich schnell mein Lager, zog mir trockene Kleidung an und breitete alles, was feucht geworden war aus. Dann kam zum Glück die Sonne und bis zum späten Nachmittag war alles trocken. Anschließend zog ich das Kajak voll bepackt bis zur Mündung der Lagan, wo ich die Nacht windgeschützt verbringen konnte.

Das Strandlager nach der Kenterung

Bei starkem Seegang arbeitete ich mich bis Haverdal. Die Uferlinie ist hier mit vielen Felsblöcken gesäumt. Durch ein wildes Chaos von Brandung und Ufersteinen surfte ich am Abend auf das Ufer zu. Bei Sturm und Starkregen errichtete ich schnell das Zelt und verbarrikadierte mich in meinem Lager.

Viele neue Freunde bei Falkenberg
Der folgende Morgen sorgte dann wieder für ein gewaltiges Stimmungstief. Der Sturm war stärker geworden und die Brandung stand immernoch ungebremst auf die Felsen. Das Steuer vom Kajak schien nun entgültig kaputt zu sein. Die Aufhängung am Rumpf war ausgebrochen und es bedurfte einer dringenden Reparatur. Also versuchte ich dann mein Glück mit dem Kajak auf der Straße. Aber das Trampen mit dem Seekajak war natürlich von wenig Erfolg gekrönt. Auf den zehn Kilometern von Skipås bis Eftra halfen mir verschiedene Einheimische mit Lebenmitteln oder Schmieröl für meinen Wagen aus. Und in Eftra hatte ich nun Glück. Ich traf auf Karl-Gustav und Kerstin Westman. Für die nächste Nacht sollte ich in ihrem Sommerhaus zu Gast sein. Es war ein Abend voller lustiger und interessanter Gespräche und die beiden kümmerten sich rührend um mich. Gemeinsam kauften wir Reparaturmaterial für das Kajak. Dank den Westmans konnte ich meinen Weg von Eftra aus fortsetzen.

Trampend auf dem Weg Richtung Falkenberg
Gemeinsames Foto mit Kerstin und Karl-Gustav

Vorerst war ich nun noch zu Fuß unterwegs, denn Eftra liegt etwas im Hinterland und ich musste einen Platz zum Übernachten finden. Wenn möglich, dann auch gleich noch eine trockene Stelle, wo ich wettergeschützt mein Bootssteuer reparieren könnte. Bereits nach drei Kilometern wurde ich auch schon fündig. Ich hatte das Glück in Boberg den Farmer Stefan Brosved mit meinen Problemen zu konfrontieren. Als Besitzer der Farm stellte er mir eine geräumige Werkstatt für mein Boot zur Verfügung und ich durfte im Gebäude für die Farmarbeiter mein Lager aufschlagen. Wie schon bei Westmans fehlte es mir auch hier an nichts. Ich reparierte Tag und Nacht, lernte einige der Arbeiter kennen und Stefan machte mich mit seiner Familie bekannt. Diese Tage zwischen Skipås und Falkenberg gehören mit zu den großartigsten Tagen meiner Reise. Es war genauso, wie ich es mir zuvor kaum zu träumen gewagt hatte - dass ich ein paar Tage mit den Menschen vor Ort, Zeit verbringen konnte.

Das Seekajak auf Trockendock in der Werkstatt
Stefan bringt mich und mein repariertes Kajak ans Meer
Dank Stefan kann die Reise bei besten Bedingungen weitergehen.

Als ich dann nach zwei Tagen Reparatur wieder am Meer stand, war der Sturm und jede Menge Regen vorbei. Bei besten Bedingungen ging es dann innerhalb weniger Tage, an Falkenberg und Varberg vorbei, bis Göteborg. Je mehr ich mich Göteborg näherte, desto Wetterunabhängiger wurde nun auch die Küste. Immer mehr Inseln und Inselchen säumten die Küste. Mehr als einmal wäre ich falsch abgebogen, wenn ich nicht meinen Kompass an Bord gehabt hätte. Diese Inselwelt ist der Beginn der Schären und markierten meine letzte große Etappe: von Göteborg nach Oslo!

Es ist nun Ende September und wird auch deutlich kälter.
Zwischen den ersten Schäreninseln

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Blogeintrag vom 18.09.2012
 
Hei friends! It`s me, Tobi.

I have much hard work to do these days. There is much strong wind from the west and according to this, there are allways many huge waves. So I am sometimes forced to make some smaller trips per day.
At the moment I am sitting in the marina-building in Grotvik. This is some kilometers in the west of Halmstad. The next Part of my journey might be the most dangerous, because there is only the open sea in the west of me. I think it might be possible to reach Varberg within the next three days and then I will be more safe, because of some small islands.
Some days I am really lonely and want to go home instantly. And since almost one week I am searching for a bookstore. But I just found one on a sunday - that is bad luck. Next chance for this is Falkenberg - I hope it will be tomorrow. I met many many nice people til today. Thanks to them all, I am still on my way north. Everytime my motivation is low (and sometimes it really is) ther is someone, who comes along to talk to. That is really great, but it is not like family and friends at home. I miss you all so much!

So, it might be possible, that I can`t send messages to home for the next days. That is because my mobile phone doesn`t work very well. But it is possible to ask some new friends around here in Sweden.

I hope, i can get to Göteborg within 5 days... but first of all, I will have a warm shower now :D

Ha det bra!!!

The Tobi
 
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Blogeintrag vom 19.09.2012


Trampen 
Tobi ist jetzt erstmal mit dem Boot von Falkenberg aus zu Fuß unterwegs. Er probiert bis nach Göteborg zu trampen... Das Boot hat es anscheinend ganz schön mitgenommen. Hoffen wir mal das Beste und zwar, dass ein freundlicher Schwede mit Dachgepäckträger anhält und Boot und Tobi ein Stück mitnimmt! 


Kommentare:
         
             21. September 2012 07:05
             dann drück ich unserem Treibgut mal die Daumen, damit 
             wir ihn bald wieder wohlbehalten hier haben.
            Fabi

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Projekt Norwegen - Kapitel I


Unser Startpunkt war am Stromkilometer "49", direkt oberhalb des Blauen Wunders. Für alle denen das "Blaue Wunder" kein Begriff ist: Es handelt sich dabei um die Loschwitzer Elbbrücke in Dresden. Für die erste Etappe sollte es die Elbe hinunter gehen. Bei Lauenburg würden wir in den Kanal nach Lübeck abbiegen. Von Lübeck sind es ja dann nur noch knapp 20 Kilometer bis zur Ostsee. Bis nach Lübeck wollte ich gern richtig Tempo machen, denn dass Studium in den letzten fünf Jahren hatte nur wenig Zeit für Training gelassen. Diese Etappe wollten wir also als Trainingsetappe absolvieren. Sechshundert Kilometer Training sollte für den Teil auf der Ostsee reichen. Aber zu Beginn der Reise wussten wir ja noch gar nicht, was "Tempo" auf einer langen Reise im Wanderkajak bedeuten würde. Wir waren ja beide eigentlich überwiegend Rennkajaks gewohnt.

Streckenabschnitt I - Von Dresden nach Lübeck

Nach der Verabschiedung am Nachmittag des 22. August schafften wir es noch bis kurz vor Meißen. Damit waren es für den ersten Nachmittag immerhin schon etwa 30 Kilometer. Gemessen an den 1600 Kilometern bis Oslo oder gar 2200 Kilometern bis Trondheim wirkt diese Entfernung aber erschreckend klein. Diese Zahlenspiele mussten wir also schnell aus unseren Köpfen verbannen und uns auf die kleineren Ziele konzentrieren. Was bietet sich da mehr an, als sich mit den Flusskilometerschildern zu beschäftigen. In den folgenden Tagen feierten wir jeden Hunderte von zu Hause (also die Schilder "149", 249", usw.), dann die vollen Hunderter, Schnapszahlen und dazwischen, alle Schilder, die irgendetwas mit uns und unseren Geburtstagen zu tun hatten. Es gab also jeden Tag genug zu feiern auch sonst hatten wir unheimlich Spaß auf unserer Tour durch Deutschland. Im Schnitt schafften wir jeden Tag zwischen 50 und 60 Kilometer und wir hatten bald unseren Rythmus für den Tagesablauf heraus.

Wir feiern unsern 200. Streckenkilometer

Tagesablauf
Aufstehen war meist so gegen 7 Uhr angesagt. Nach den ersten 10 Kilometern des Tage gab es immer ein kurzes Frühstück auf dem Wasser. Dabei entstand unsere Tradition "Jeden Tag ein Apfel". Nach 20 Kilometern machten wir dann unseren ersten Landgang. Ein größeres, zweites Frühstück stand dann immer an. Zwanzig Kilometer waren auch immer die Grenzmarke, bei der wir, erstmals am Tag, nicht mehr sitzen konnten. Ein Landgang war deshalb alle 20 Kilometer vorerst Pflicht. So stand auch immer nach den weiteren 20 Kilometern am Nachmittag ein warmes Essen auf dem Plan. Bei diesem Rythmus schafften wir dann am Abend auch nochmal etwa 20 Kilometer. Besonders am Abend hat man das Gefühl, dass die Kajaks wie von allein fahren. Für besonders viele schöne Abendkilometer bekommt man am nächsten Morgen dann die Quittung, in Form von Muskelkater.

Franz setzt die "Jeden-Tag-ein-Apfel"-Regel durch

Zwischen Riesa und Torgau hört die Elbe dann entgültig auf, in einem Taleinschnitt zu fließen. Wir waren seit dem immer von Agrar- oder Naturlandschaft umgeben. Das Übernachten sollte uns nicht schwer fallen, da es von dort an immer mehr Sand und Kiesbänke entlang der Elbe gibt, welche zum Zelten einladen. Die Versorgung entlang der Strecke war eigentlich nie ein Problem. Ortschaften und Gaststätten gibt es genug am Fluss. Frischwasser für die Katzenwäsche ist also auch vorhanden. Nur die Ganzkörperpflege musste manchmal etwas zurückstehen. Das trübe Wasser der Elbe stinkt am Ende des Sommers. Braune Schwebteilchen, Schaum und tote Fische laden einfach nicht zum Baden ein. Da stinkt man dann mal lieber ein paar Tage mit der Elbe um die Wette. Und immerhin gibt es ja in Sachsen-Anhalt dann das "Blaue Band". Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss von Bootsvereinen, Campingplätzen, usw. die Bootstouristen entlang der Elbe offen stehen. Hier konnten wir gelegentlich duschen, waschen, campen. Von Elster (Elbe) bis Magdeburg ist die Elbe dann stark nach West ausgerichten. Unser Timing war an diesen Tagen nicht besonders gut.

Der Tag vor Magdeburg
Wir legten am Morgen kurz vor Dessau ab. Der Wind hatte gegenüber dem Vortag aufgefrischt und kam nun von Nordwest. Auf allen geraden Strecken hatten wir direkten Gegenwind. Dadurch angestachtelt kämpften wir dagegen an und hofften auf jede Änderung der Flussrichtung. In diesen Flussbiegungen ließen wir es dann ruhiger angehen. Zwar gibt es, verglichen mit Dresden, kaum noch Strömung, aber wir mussten gelegentlich mal die Seele baumeln lassen. In der letzten stürmischen Passage vor Schönebeck schwappten dann die Wellen ordentlich auf unsere Decks. Gerade, als wir eine Brückenbaustelle passierten riß der Sturm eine Bauplane los. Ich fischte sie aus der Elbe und wir schnitten uns einen Teil als Segel und Zeltunterplane ab. Aber ans Segeln war heute nicht mehr zu denken. Als am Abend der Sturm nachließ trudelten wir noch bis Magdeburg in einen kleinen Hafen. Mächtig ausgepowert richteten wir unser Lager auf und genossen Dusche, Wäsche waschen und das Abendbrot auf der Hafenwiese. Der Blick auf die Karte machte uns schon Stolz. Trotz Gegenwind hatten wir an diesem Tag unsere längste Strecke hinter uns gebracht. Die 70 Kilometer dieses Tages sollten bis Oslo nicht zu knacken sein. Dafür war der nächste Morgen dann ziemlich zäh und wir legten erst kurz vor Mittag ab.


Ab Magdeburg hatten wir dann fast nur noch Sandbänke um uns herum. Wir kreuzten den Mittellandkanal und besichtigten Tangermünde. Nach dem Elbknick bei Havelberg verließen wir dann vorübergehend die Zivilisation. Zwischen Wittenberge und Lauenburg ist die Elbe immer wieder in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Ein bisschen vermissten wir da schon, dass es nirgends größere Städte an der Strecke gibt. Im Ausgleich dagegen bekamen wir unzählige Zug- und Wasservögel zu sehen. Und wir konnten mal unmittelbar an einen Beobachtungsturm der einstmaligen DDR-Grenze heranlaufen. Ich weiß nicht warum, aber dass wollte ich schon immer mal machen. Irgendwie ist das schon Geschichte zum Anfassen - auch wenn es kein schöner Teil unserer Geschichte ist.

Wir passieren Tangermünde

Landgang am B-Turm der ehemaligen Grenze

Die letzten Kilometer auf der Elbe
Den letzten Abend auf der Elbe werden Franz und ich wohl nicht so schnell vergessen. Die Abendsonne bot ein schon nahezu kitschiges Farbenspiel. Während sich der Horizont und die Sonne in extremem Rot färbte, trennte eine dunkle Wolkenwand das Farbenspiel vom dunklen Abendhimmel über uns. Das Wolkenband zog geradewegs auf uns zu und die Ausläufer der Regenschleier ließen die rote Sonne dahinter nur verschwommen durchscheinen. Franz und ich waren sowieso schon auf der Suche nach einem Schlafplatz am Ufer. Wir hatten die Qual der Wahl, denn die Ufer, rechts und links von uns, waren gesäumt von langgezogenen Sandbuchten. Plötzlich zuckte aus der finsteren Wolke ein Blitz zu Boden. Weit kann er nicht von uns eingeschlagen haben, weil darauf auch sofort der Donner folgte. Kräftig setzte ein Windstoß von vorn ein und signalisierte uns, dass das Gewitter in wenigen Augenblicken passieren würde. Ein kurzer Spurt brachte uns ans Ufer und in Windeseile zogen wir die Kajaks den Strand hoch. Das Zelt stand innerhalb weniger Minuten - wir waren mittlerweile ein gut eingespieltes Team. Kaum stand das Zelt, da warfen wir auch schon alles Gepäck hinein. Wir sprangen hinterher. Dann hieß es erstmal abwarten. Aber das schlimmste blieb uns erspart. Das Gröbste zog an unserer Position vorbei und mehr als ein bisschen Regen bekam unser Lager nicht ab.
Überraschender war dann der nächste Morgen. Der Blick aus dem Zelt offembarte nur Nebel - extrem dichten Nebel. Wir konnten nicht einmal bis zur Flussmitte schauen. Damit mussten wir abwägen, ob es gut ist überhaupt abzulegen, bevor sich nicht der Nebel verzogen hat. Wir entschieden uns, trotz Nebel, weiterzupaddeln. Nur langsam tasteten wir uns in Ufernähe weiter. Unsichtbar, aber hörbar passierte ein Schlepper in der Flussmitte. Nur als dunklen Umriss konnten wir ihn erahnen. Ein paar Kilometer später erschien eine Fähre aus dem Nebel. Wir kreuzten ihren Weg, nachdem sie vorbeigezogen war. Gleich darauf war sie auch schon im Nebel hinter uns verschwunden. Als sich der Nebel endlich lichtete erreichten wir den Flusskilometer "555". Unsere Tour war nun also schon mehr als 500 Kilometer lang. Die restliche Strecke bis Lauenburg paddelten wir in bestem Sonnenschein. Unmittelbar an der Einfahrt in den Elbe-Lübeck-Kanal empfing uns die "Kaiser Wilhelm", ein Seitenraddampfschiff. Die Analogie zu unseren Raddampfern in Dresden wirkte schon fast wie ein gutes Zeichen.



Der Nebel am nächsten Morgen

White-out

Nun hatten wir schon mehr als 500km hinter uns

Elbe-Lübeck-Kanal
In Lauenburg machten wir eine ausgedehnte Pause unter ließen die Erlebnisse der letzten Tage auf uns wirken. Von nun an sollte es geradewegs nach Norden Richtung Lübeck gehen. Franz und ich passierten eine Werft. Auch wenn unsere Dampfschiffe und Schlepper in Dresden nicht gerade klein sind, so lagen hier schon deutlich größere Schiffe auf der Werft. Der Eingang zum Kanal war uns durch eine Schleuse versperrt. Mit der Vorfreude und Anspannung kleiner Jungs erwarteten wir zwei unsere Einfahrterlaubnis in die Schleuse. Nachdem ein Schlepper und diverse Yachten herausgefahren waren, war es für uns soweit. Wir durften hineinpaddeln. Mit viel Getöse wurden wir nun auf das Kanalniveau gehoben - schätzungsweise knapp 10 Meter. Nun sollten wir keine Strömung mehr haben und das spürten wir dann doch deutlich. Das Paddeln im Kanal kann man als schön, aber ereignislos beschreiben. Am Ufer gab es kaum anderes Wald Wiese und die grüne Uferböschung zu sehen. Gelegentlich begegnet man Yachten und Schleppern. Da waren die vielen Schleusen schon echte Highlights. Aber gleichzeitig kosteten sie uns auch eine Menge Zeit. So mussten wir zweimal am Kanal nächtigen. Wir verbrachten eine Nacht am Kanalrand und eine zweite Nacht im Unterwasser der Schleuse von Krummesse. Mittlerweile hatte sich unter den Schleusenwärtern herumgesprochen, dass da noch zwei Kajakfahrer im Kanal unterwegs seien. Somit war unser Ankommen an der nächsten Schleuse meist schon im Voraus bekannt. Am Ende des Kanals erreichten wir gemeinsam Lübeck und errichteten unser Lager im Stadtpark.
Franz musste leider vorzeitig zurück in Heimat. Wir breiteten sämtliche Ausrüstung aus und entschieden, was ich auf meiner weiteren Fahrt mitnehmen würde, was Franz mit zurück nach Dresden nehmen sollte und was wir gleich vor Ort entsorgen. Schweren Herzens trennten wir uns. Franz lief zum Bahnhof und begann eine abenteuerliche Heimfahrt. Er war voll bepackt mit dem normale Gepäck, plus Faltboot und Paddel.

Raddampfer "Kaiser Wilhelm" in Lauenburg

Tobias Krug in einer Schleuse des Elbe-Lübeck-Kanals

Lange Geraden auf dem Kanal

Gemeinsame Ankunft in Lübeck

Unser Zigeunerlager im Stadtpark von Lübeck


Das erste Mal Ostsee

So ging es nun doch zeitiger als gewollt allein weiter in Richtung Norden. Ich paddelte allein durch Lübeck und weiter nach Travemünde. Hier begegnete ich den ersten Hochseeschiffen und fuhr weiter Richtung Timmendorfer Strand. Hier schlug ich dann erstmal mein Lager auf. Seit Lübeck hatte ich die ersten richtig hohen Schiffswellen, jede Menge kleinere seetaugliche Yachten und die großen Fähren erlebt. Genug, um davon mindestens eine Stunde zu berichten. Und ich dachte mir nur immer wieder: "Schade, dass das jetzt Franz nicht miterlebt..."

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Blogeintrag vom 30.08.2012:

++++++++++20 km vor Lauenburg++++++++++


Kommentare:

  1. hallo Tobias, tolle und beeindruckende Idee/ Fahrt! Nicht unbedingt was für die Laien- Senioren- Einarmfahrer ;-) aber ich wünsche dir eine gute Fahrt, schöne Erlebnisse und eine glückliche Heimkehr. 
    Gruss Frank/ LPG

  2. Hi Brüderchen,
    na das klingt ja, als würdet ihr super vorran kommen.
    na dann haltet mal die ohren steif und viel spaß und ne gute weiterfahrt.
    Chris und lisa

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Projekt Norwegen - Prolog

 

Ende des Jahres 2011 stand eine Reise nach Skandinavien überhaupt noch nicht auf meiner Wunschliste. Nach den Touren, kreuz und quer durch Europa und der Reise nach Peru, war ich eigentlich auf ganz Anderes eingestellt. Es sollte für 2012 weiter in den Osten Europas gehen. Doch dann kam alles anders, als gedacht.
Doch dann machten wir im Winter die Bekanntschaft mit Emmy. Emmy war eine Erasmusstudentin aus Norwegen und bis Anfang Februar meine Komillitonin. Bei Ihrer Abreise war Doreen und mir klar, dass wir unsere neue Freundin in ihrer Heimat besuchen würden.
Aber es war lange nicht geklärt, mit welchem Verkehrsmittel dieser Urlaub von Statten gehen sollte. Bis heute ist mir nicht ganz klar, wie ich dazu kam, aber parallel zu unseren Urlaubsplänen mit dem Auto entwickelte sich in meinem Kopf der Gedanke mit dem Kajak von Dresden nach Norwegen zu paddeln. Anfangs war es nur der mögliche Weg mit dem Finger auf der Karte. Wenige Tage später saß ich in einem alten Rennkajak mit Zusatzgewichten zur Probe. Das Ergebnis war, dass es selbst mit einem modifizierten Rennkajak nicht möglich sein sollte und ich definitiv ein Seekajak bräuchte.
Kurz vor Ostern hatte ich dann mein Seekajak gekauft und in den folgenden Monaten Stück für Stück Ausrüstung für die Tour zusammenorganisiert. Was fehlte war zum Einen die Erfahrung mit dem Seekajak und zum Anderen ein Mitstreiter.

Reiseroute von Dresden nach Oslo

Voraussetzungen
Ich bin schon seit 1999 im Rennkajak unterwegs und habe dementsprechend keine Probleme, was Balance, Ausdauer und Kampfgeist betrifft. Allerdings hatte ich schon die vage Ahnung, dass es etwas signifikant anderes sein sollte, mit einem Kajak eine Meeresküste entlangzufahren. Man kann also sagen, dass ich auf dem Gebiet des Seekajakfahrens ein Anfänger war.
Das brachte mich zu dem Gedanken an einen Begleiter auf meiner Reise. Diese Frage wollte ich zuerst mir selbst beantworten. Wollte ich überhaupt mit jemandem Reisen? Klar, die Vernunft rät dazu. Man bekommt mehr Sicherheit in Notsituationen und vermeidet einsame Momente und die damit verbundenen Motivationsprobleme. Aber das war damals noch reine Hypothese. Ich war noch nie in einer existentiellen Notsituation. Ich war ja auch noch nie auch dem Meer gepaddelt. Und mit Motivationsproblemen hatte ich auch noch nie zu tun, auch wenn ich schon ein paar mal allein unterwegs war. Solange ein Ziel vorhanden ist, habe ich etwas worauf ich hinarbeiten kann. Nicht zuletzt hat eine Solotour auch seinen Reiz. Man muss seine Entscheidungen nur mit dem eigenen Gewissen vereinbaren, kann schneller Entscheidungen treffen - manchmal auch schlechte. Aber um den Vernunftsargumenten Genüge zu tun fragte ich bei allen möglichen Freunden nach. Zugegebenermaßen hatte ich dabei kaum Erfolg. Aber wen wundert Das? Auf der einen Seite ist die Idee schon etwas verrückt - immerhin war damals noch Trondheim das Ziel. Auf der anderen Seite hat halt nicht jeder Zeit mal eben mehrere Wochen von zu Hause weg zu laufen oder eine gehörige Stange Geld in ein solches Unternehmen zu investieren. Aber ich konnte Franz wenigstens für ein Dreiwochen-Fenster gewinnen, in dem er mich begleiten wollte.

Erkundung in Norwegen
Schließlich war im Juli meine Masterarbeit und somit mein Studium abgeschlossen. Zwei Tage später saßen Doreen und ich im Auto auf dem Weg nach Norwegen. Wir fuhren in die Fjorde nördlich von Trondheim und besuchten anschließend Emmy und ihren Freund Lars. Drei Wochen lang tobte wir uns zwischen Trondheim und Oslo aus, wanderten unter Anderem zur Trolltunga, kletterten im Setesdal und besuchten als Abschluss auch noch Emmys Familie in Oslo. Immer wieder konnte ich in diesem Urlaub einen Blick auf Abschnitte meines bevorstehenden Abenteuers werfen. Bei guten Bedingungen schien es auf jeden Fall möglich. Der Abschnitt von Oslo bis Trondheim schien mir damals am schwersten zu realisieren.

23Uhr-Sonne am norwegischen Fjord

"Trolltunga" - die Felszunge bei Odda

Die Oper von Oslo - symbolisches Ziel der Reise

Das Team
Paddler Nr 1: Tobias Krug
Ziel: Trondheim/ Oslo
Qualifikation: gnadenloser Optimist, der hier seine Idee verwirklichen will


Paddler Nr 2: Franz Roller
Ziel: Kopenhagen
Qualifikation: langjähriger Paddler, der immer mit guter Laune dabei ist


Organisation: Doreen Winkler
Ziel: das alles zu Hause reibungslos abläuft (Blog-Verwaltung, Finanzmanagment)
Qualifikation: Freundin von Paddler Nr1 und schon deshalb perfekt dafür geeignet :)

Franz Roller (links) und ich auf der Elbe

Letzter Countdown
Zurück in Dresden machten Franz und ich uns an die letzten Vorbereitungen. Wir musste für ihn noch die komplette Ausrüstung organisieren und das Ganze bei einem minimalen studentischen Budget. Von Kletterfreunden liehen wir uns ein altes Faltbootkajak und machten es seetüchtig. Oder zumindest hofften wir, dass es ausreichen würde. Die Modifikationen und Anschaffungen dauerten nochmals eine Woche und so legten wir um 16Uhr, am 22. August 2012 mit unseren Kajaks in Dresden ab. Der Faltbooteiner von Franz war mit Gepäck vollgestopft und mein Seekajak war auch bis auf das Oberdeck beladen. Ein Zurück gab es für uns schon lange nicht mehr. Allerdings hatten wir uns vorgenommen, die Tour nur so weit zu treiben, wie wir es für richtig halten.

Letztes Foto vor der Abfahrt

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Blogeintrag vom 22.08.2012

Nachdem sich der Abreisetermin etwas nach hinten verschoben hat soll es nun nachher endlich nach Norden losgehen. Die Abfahrt steht für Mittwoch Vormittag gegen 10Uhr hier in kurz oberhalb des Blauen Wunders an. Die letzten Wochen waren wir schonmal mit dem Auto in Skandinavien unterwegs und haben die Planung für die Kajakreise verfeinert. In den  letzten sieben Tagen mussten alle Vorbereitungen getroffen werden, damit ein optimaler Ablauf der Reise gewährleistet ist.


Unser Norwegen-Urlaub war ein super Erfolg. Der Blick auf das Meer und die Flüsse und Seen in Norwegen haben mich zu dem Schluss gebracht, dass nun diese Kajak-Tour auf jeden Fall möglich ist, sofern ich das Durchhaltevermögen habe und in Skandinavien dieses Jahr kein allzu früher Wintereinbruch erfolgt. Bezüglich des Routenplanes gibt es also nur kleinere Änderungen.

Die erste Etappe ist von Dresden die Elbe hinunter und durch den Elbe-Lübeck-Kanal bis an die Ostsee und entlang der Küste bis nach Puttgarden auf der Insel Fehmarn. Hier liegt eine etwa 20 km breite Passage über die Ostsee vor mir. Wir sind im Urlaub mit der Fähre an dieser Stelle übergesetzt und das Wetter müsste schon absolut ideal und die Ostsee schön spiegelglatt sein, dass ich diesen Part mit dem Kajak wage. Die zweite Etappe führt dann entlang der dänischen Inseln und der schwedischen Westküste nach Norden. Hier gibt es jede menge Sandstrände und Buchten mit seichtem Wasser. Ideal zum Baden und Entspannen, aber gleichzeitig vom Meer her ziemlich ungeschützt. Die schwedischen Strände könnten also durchaus hohe Wellen und die eine oder andere Überraschung bereit halten. Etappe Nummer drei fängt ein wenig südlich von Göteborg an erstreckt sich über die Schären bis nach Oslo. Hier gilt es sich nicht zwischen den vielen kleinen Inselchen zu verfahren. Gleichzeitig dürfte ich dort vor der offenen See etwas geschützt sein. Die letzten zwei Etappen sollen dann quer durch Norwegen gehen. Ihre Durchführung hängen ganz klar davon ab, wann ich Oslo erreiche und wie es mit dem Winter im Inland aussieht. Dabei werde ich dann diversen Flüssen und Seen nach Norden folgen und mich über einen niedrigen Gebirgspass in die Fjorde bei Trondheim begeben. Somit ist dann auch schon bald Trondheim als Ziel meiner geplanten Reise erreicht. Gerade die Abschnitte von Oslo bis Trondheim habe ich mir vor Ort genau angesehen und denke, dass es bei günstigem Wetter gut machbar ist. Ich möchte diesen Teil der Reise eigentlich unbedingt machen, weil ich mir da den meisten Kontakt mit den Norwegern vorstellen kann und dadurch mein Norwegisch verbessern kann.
Die zweite Änderung in der Reise ist die Begleitung. Franz wird mich mit dem Faltboot die ersten drei Wochen begleiten. Wir haben in der Tourenplanung ungefähr berechnet, dass wir es zu zweit bis Kopenhagen schaffen können. Dafür haben wir uns jetzt nochmal intensiv Zeit genommen, um das Faltboot auf die bevorstehenden Anforderungen vorzubereiten. Der Einbau eines Stemmbrettes, die Modifikation der Steueranlage, zusätzliche Schwimmkörper, ... Die Liste der Um- und Einbauten war recht lang geworden. Und nachdem wir heute mit fast allem fertig waren ging es ans Sachen packen. Mit der Erkenntnis, dass nicht gerade viel in ein Faltboot hineinpasst und dass die Gepäckluken meines Seekajaks sehr klein gebaut sind.

Nun müssen nur noch nachher die Vorräte verstaut werden und dann gehts los. Boote den Elbhang runter und bis an die Elbe bringen. Und dann kann und´s wohl nichts mehr aufhalten.

Wir sehen uns dann also erst zeitigstens Ende Oktober wieder. Hier auf dem Blog wird Doreen regelmäßig Neuigkeiten eintragen. die ich ihr zusende.

Also bis bald... Vi sees!